Silke Wildner schreibt in ihrem Magazin über Bedürfnisse in Beziehungen und warum viele Frauen heute eine Beziehung auf Augenhöhe suchen.

Bedürfnisse in Beziehungen: Warum ich nicht irgendeinen Mann will

Viele Frauen wollen heute keine Beziehung mehr, die sie klein macht.

Ich habe selbst lange gedacht, dass ich keine Beziehung mehr möchte. Zehn Jahre war ich Single. Und wenn mich in dieser Zeit jemand gefragt hat, ob ich mir noch einmal einen Partner wünsche, habe ich „Nein“ gesagt und innerlich „Ja“ geschrien. Denn die Hoffnung auf eine glückliche Beziehung habe ich nie ganz aufgegeben. Aber lange fand diese nur in meiner Traumwelt statt.

Heute weiß ich: Ich wollte einfach keine Beziehung mehr führen, in der meine Bedürfnisse keinen Platz haben und in der ich mich selbst verliere und für den anderen aufopfere.

Viele Frauen kennen dieses Gefühl und sagen deshalb oft, sie seien lieber allein. Doch wenn wir genauer hinhören, steckt oft etwas ganz anderes dahinter. Nicht die Sehnsucht nach Nähe ist verschwunden, sondern die Bereitschaft, die eigenen Bedürfnisse wieder hinten anzustellen.

Genau darüber spreche ich auch in diesem Video:

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Wenn die eigenen Bedürfnisse immer zuletzt kommen

Viele Frauen haben gelernt, dass Harmonie wichtiger ist als Ehrlichkeit.

  • Dass man verständnisvoll sein sollte.
  • Geduldig.
  • Nicht zu viel verlangen.
  • Nicht anstrengend sein.
  • Nicht „zu viel“ sein.

Oft sprechen wir unsere Bedürfnisse gar nicht mehr aus, weil wir befürchten, den anderen damit zu belasten. Schließlich soll er es aus freien Stücken tun und nicht, weil wir ihn dazu auffordern. Und so warten wir weiter, organisieren weiter, funktionieren und tragen vieles mit uns selbst aus. Von außen wirkt das stark, aber innerlich kostet es unglaublich viel Kraft.

Vielleicht kennst du auch diesen Satz: „Ich möchte niemandem zur Last fallen.“

Doch genau dadurch werden wir oft uns selbst zur Last – werden immer stummer, unglücklicher und fühlen uns auch zu zweit einsam.

Beziehung auf Augenhöhe bedeutet nicht 50:50

Wenn wir heute von einer Beziehung auf Augenhöhe sprechen, denken viele zuerst an eine gerechte Aufgabenverteilung. Doch darum geht es aus meiner Sicht gar nicht. Es geht nicht darum, dass jeder exakt die Hälfte übernimmt.

Es geht darum, dass beide Verantwortung für die Beziehung übernehmen. Dass nicht einer dauerhaft organisiert, mitdenkt, verantwortlich ist und emotional stabilisiert, während der andere sich darauf verlässt.

Eine Beziehung auf Augenhöhe entsteht dort, wo beide bereit sind, sich selbst anzuschauen. Wo Konflikte nicht mit Schuldzuweisungen enden, sondern mit Neugier Dialoge entstehen.

Nicht:
„Du hast mich verletzt.“

Sondern:
„Was hat das, was du gesagt hast, in mir ausgelöst?“

Genau dort beginnt gemeinsames Zusammenwachsen, wenn sich jeder ehrlich seinen Themen stellt und die Beziehung als wertvollen Spiegel dessen erachtet.

Bedürfnisse sind kein Zeichen von Schwäche

Lange dachte ich, Bedürfnisse seien etwas, das man möglichst klein halten sollte. Vielleicht weil das „bedürftig sein“ dort mitschwingt und das wollen wir als moderne Frauen ja nicht sein, oder?

Heute sehe ich die Bedeutung von Bedürfnissen völlig anders.

Unsere Bedürfnisse sind kein Mangel. Sie sind die Grundlage für echte Verbundenheit. Denn nur wenn ich zeigen kann, was mir wichtig ist und was ich brauche, kann mein Gegenüber mich überhaupt richtig kennenlernen. Und wenn er meine Bedürfnisse dann befriedigt, bin ich glücklich und zeige mich immer mehr so wie ich bin. Und genauso darf ich auch die Bedürfnisse des anderen sehen und erfüllen.

Beziehung bedeutet nicht, dass einer ständig gibt und der andere nimmt, sondern dass beide erleben dürfen:

„Ich werde gesehen.“

„Ich bin wichtig.“

„Mein Glück ist dem anderen genauso ein Anliegen wie seines mir.“

Für mich ist genau das Liebe auf Augenhöhe.

Vielleicht suchst du gar nicht irgendeinen Mann

Viele Frauen sagen heute: „Ich brauche keinen Mann.“ Ja, nicht irgendeinen Mann, damit man „unter der Haube“ ist. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

Ich glaube, die meisten Frauen wünschen sich aber nach wie vor Nähe, Vertrauen und Partnerschaft. Aber eben nicht um den Preis, sich selbst wieder aufzugeben.

Vielleicht suchst auch du keinen beliebigen Mann, sondern einen Menschen, bei dem du ganz du selbst sein kannst. Und eine Beziehung, in der deine Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die des anderen.

Und genau deshalb fühlt sich für viele Alleinsein heute stimmiger an als die Beziehungen, die wir früher geführt haben. Zum Glück dürfen wir heute wählen, wie wir leben wollen. Was wählst du, wenn auch eine Beziehung auf Augenhöhe zur Wahl steht?

Du wünschst dir mehr Klarheit für deine eigene Situation?

Manchmal braucht es nur einen neuen Blick auf die eigene Geschichte. Im Orientierungsgespräch schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Situation, deine Beziehungsmuster und die Fragen, die dich gerade beschäftigen.

Oft entsteht schon in einer Stunde mehr Klarheit, Erleichterung und eine neue Perspektive darauf, warum sich bestimmte Erfahrungen in deinem Leben wiederholt haben – und wie dein Weg in eine glückliche Beziehung verläuft.

Warum erleben wir gerade so viele Trennungen?

Immer mehr Frauen spüren, dass alte Beziehungsmodelle nicht mehr zu ihnen und ihren Bedürfnissen passen. Doch nur wenige verstehen, warum dieser Wandel gerade jetzt so deutlich wird.

🎧 Deshalb habe ich ein kostenloses Audio aufgenommen. Darin teile ich meine Gedanken zur aktuellen Trennungswelle und warum so viele Frauen merken, dass alte Beziehungsmuster nicht mehr funktionieren.

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